Tomatis-Therapie

By Oktober 1, 2015Therapien

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Warum haben wir zwei Ohren?

 Die Ohren sind zum Hören da, werden die meisten Menschen antworten. Das ist richtig. Aber die Ohren haben noch weit mehr Aufgaben im Zusammenspiel der Sinnesorgane. Viele Erkenntnisse rund um das Ohr und das Hören stammen vom französischen HNO-Arzt Dr. Alfred Tomatis (1920-2001), der Mitte der 50er Jahre diesem Phänomen auf den Grund ging und eine Therapie entwickelte, die seinen Namen trägt und in mehreren hundert Zentren weltweit praktiziert wird. Dank der Forschungsarbeiten von Prof. Dr. Tomatis weiß man um die Bedeutung der Ohren für unser tägliches Leben und besonders für die Kommunikation.
Die Sprache, das Sprechenlernen, Lesen, Schreiben, alles hängt von dem richtigen Funktionieren des Hörsinns ab. Aber von diesem ist auch die Bewegung, die Motorik abhängig, denn das dafür zuständige Gleichgewichtsorgan ist ein Teil des Ohres. Ein gesundes Ohr ist eine notwendige, aber keine ausreichende Bedingung dafür, dass man hören kann. Es genügt nicht, dass das Ohr den Schall in elektrische Nervenimpulse umwandelt, sondern diese Nervenimpulse müssen im Gehirn auch richtig weiterverarbeitet werden. Geschieht das nicht, dann können wir nicht, oder nicht richtig hören. Darin genau liegt der Unterschied zwischen „hören“ und „zuhören oder horchen“.
Die Tomatis-Therapie will Menschen helfen, „horchen“ zu lernen.

Thomatis-Therapie, wie geht das?

 Am Anfang steht immer neben der Patientengeschichte der Hörtest. Hier wird er Horchtest genannt. Hierbei entscheidet sich, ob eine Hörtherapie nach Prof. Tomatis notwendig ist oder nicht. Der Horchtest und seine regelmäßigen Kontrollen sind außerdem ein entscheidendes Kriterium für die Ausführung der Therapie.
Es gibt neben dem Horchtest eine weitere Möglichkeit die Verarbeitung von Sinnesreizen im Gehirn zu untersuchen. Der Name „Brain-Mapping“ kommt aus dem Englischen und steht für eine Untersuchung, bei der die elektrische Gehirnaktivität analysiert und in Form von „Landkarten des Gehirns“, eben brain-maps, wiedergegeben wird. Hierbei werden, wie bei einem EEG die verschieden Signale im Gehirn aufgezeichnet. Diese Untersuchung ist objektiv, das heißt von der Mitarbeit des Patienten unabhängig und sie zeigt Ort und Ausmaß von Störungen im Gehirn genau an. Das ermöglicht eine bessere Beurteilung des Patienten und liefert zusätzliche Informationen für die Therapie.

 Das Hören

 Eineinhalb Stunden hören, eineinhalb Stunden Pause, das ist der Rhythmus im Atlantis-Zentrum (Belgien). Über einen speziellen, extra für die Tomatis-Therapie umgebauten Kopfhörer hören die Patienten ihr Programm. Häufig eingesetzt werden Musik von Mozart, Gregorianische Gesänge und – natürlich – die Mutterstimme. Während der Therapie darf man spielen, träumen oder schlafen. Bei Erwachsenen sind auch Puzzles oder Handarbeiten erlaubt. Dagegen beeinträchtigen Essen, Lesen, Schreiben oder Gespräche den Therapieerfolg. Im ersten Teil der Therapie, auch passive Phase genannt, wird nur gehört. Man wiederholt das Hörenlernen im Mutterleib. Dazu verwendet man vorzugsweise eine Aufnahme der Mutterstimme, von der die tiefen Frequenzen herausgefiltert werden. Die Sprache der Mutter wird dadurch unverständlich. Auch die Geburt wird akustisch nachvollzogen, indem die Filterung stufenweise reduziert wird. In der zweiten Phase, muss der Patient aktiv werden, d. h. er muss summen, singen, nachsprechen oder lesen.

Zeitlicher Ablauf

 In Belgien dauert der erste Aufenthalt in der Regel 12 Tage. Nach Pausen von vier bis sechs (bis acht) Wochen wird die Therapie während jeweils fünftägiger Aufenthalte fortgesetzt.
Bei Kindern ist es wichtig, dass wenigstens ein Elternteil zur Hörtherapie mitkommt und auch selbst mithört (wird im Atlantis kostenlos angeboten).

Gründe dafür:

  • Das Hören tut auch der Mutter/dem Vater gut, es hat eine beruhigende Wirkung
  • Die Eltern sollen selbst erfahren, wie sich gefilterte Musik anhört
  • Wenn die Eltern auch hören, wird die Gefahr geringer, dass ein Kind sich die Frage stellt, ob es nicht normal sei.

Tomatis-Therapie – für wen?

 In diesen Fällen hilft die Tomatis-Therapie bei Kindern

  • Bei verzögerter Entwicklung, sei es motorisch, sprachlich oder psychisch
  • Bei Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt
  • Bei Frühgeborenen
  • Bei verzögerter oder fehlerhaften Sprachentwicklung
  • Bei schulischen Problemen (z. B. Legasthenie)
  • Bei Konzentrationsstörungen
  • Bei zentralen, auditiven Wahrnehmungsstörungen
  • Bei Hyperaktivität, Hyperkinetischem Syndrom
  • ADS
  • Bei viele Störungen der Motorik, der Körperhaltung, der Beweglichkeit
  • Bei vielen Formen des Autismus
  • Verhaltensstörungen
  • Angeborenen Fehlbildungen, z. B. Down-Syndrom

In diesen Fällen hilft die Tomatis-Therapie bei Erwachsenen:

  • Bei Schädigung des Gehirns nach Schlaganfall oder Gehirnverletzung
  • Bei Tinnitus, Meniere´scher Krankheit
  • Bei Lärmschädigung
  • Zur Verbesserung von Sprache und Gesang für Redner, Lehrer, Sänger etc.
  • Beim Erlernen von Fremdsprachen

Weiter Informationen findet man auf der Homepage von Atlantis unter www.atlantis-vzw.de

Atlantis wird von Jozef Vervoort ehrenamtlich geleitet. Er ist selbst ein betroffener Vater, hat die Therapie direkt bei Prof. Tomatis erlernt und mittlerweile seit 30 Jahren Erfahrung. (Atlantis ist ein gemeinnütziger Verein, der nach belgischem Recht keine Gewinne anstreben darf.) Die Mitarbeiter in Belgien sprechen Deutsch und man kann auch direkt im Haus bzw. in der Nähe wohnen. Das Atlantis befindet sich in Sint-Truiden, 20 km nord-westlich von Lüttich und ist gut mit Auto, Bahn oder Flugzeug (über Brüssel) zu erreichen. Die diagnostischen Horchtests vor der Tomatis-Therapie können auch in der HNO-Praxis Köln-Nord in Köln-Nippes durchgeführt werden. Informationen zu Terminen und Anmeldung gibt es ebenfalls über die Atlantis-Homepage.

In dieser Zeit hat meine Tochter sehr große sprachliche Fortschritte gemacht. Da ein Horchtest bei ihr nicht durchführbar ist, machen wir alle 6 Monate ein Brain-mapping. In dem zu Beginn gemachten Brain-mapping konnte der Computer leider nur 4 Epochen auswerten. Nach einem halben Jahr waren es bereits 65 Epochen.